Die frühen Jahre: Wolfgang Drees, Gustav Fülleborn und Rudolf Bremen

  Schwarz-weiss Foto einer Orchesterprobe Urheberrecht: Collegium Musicum

Orchesterprobe unter Rudolf Bremen im Institut für Hochfrequenztechnik

  Professor Helmuth Schepp Profilbild Urheberrecht: Collegium Musicum Helmuth Schepp (1894 - 1982) Inhaber des Lehrstuhls für Plastik und Leiter des Bildhauerateliers, Gründer des Collegium Musicum  
Aushang von Prof. Schepp, 1952 Urheberrecht: Collegium Musicum Über einen Aushang wurden 1952 Musikerinnen und Musiker für die Gründung des Orchesters gesucht
 

Im Wintersemester 1952 ergriff Professor Helmuth Schepp die Initiative, die Orchesterkultur an der RWTH Aachen wieder aufleben zu lassen und gründete ein kleines Orchesterensemble mit etwa 30 Mitgliedern. Dieses wurde von Kapellmeister Wolfgang Drees (Stadttheater Aachen) geleitet. Nach ersten kleineren Auftritten begann die Tradition der Hochschulkonzerte 1954 mit G. F. Händels „Ouvertüre zu Theodora“ als Konzert in der Mensa. Nachdem Gustav Fülleborn in den Jahren 1955 und 1956 das Ensemble leitete, übernahm Rudolf Bremen das Ensemble und gründete den Hochschulchor, dessen akademische Leitung bei Professor Herbert Döring lag. Die Ambitionen des nun zweiteiligen Ensembles nahmen unter Bremens Leitung stetig zu.

 

Schon damals vermochte man es, junge Talente für Zusammenarbeiten mit dem Ensemble zu gewinnen. So trat man mit dem damals noch 18-jährigen Christoph Eschenbach (als Pianist) auf, der heute das Konzerthausorchester Berlin leitet. Erste Kooperationen mit den Universitäten Lüttich (1959) sowie Maastricht (1963) intensivierten die Beziehungen zwischen den Hochschulen und stärkte die überregionale Bedeutung des Ensembles. Mit dem Wechsel der akademischen Leitung zu Professor Schepp (1964, Orchester) sowie Professor Schlögl (1965, Chor) wurden diese Beziehungen erweitert. So war das Konzertprogramm in den Folgejahren an weiteren Aufführungsorten wie Maastricht und Bonn zu hören.

Für seine langjährigen Verdienste um die Musikkultur an der RWTH wird Rudolf Bremen im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Hochschulkonzerte zum Ehrenbürger der Hochschule ernannt. In den Jahren 1980 und 1981 geht die akademische Leitung über an Professor Faissner (Chor) und Professor Möller (Orchester). Die neue Leitung führt die Kooperation mit Lüttich im Rahmen der Aachen-Lütticher Universitätstage 1984 aus. Ludwig van Beethovens „Messe in C-Dur“ kommt mit Matthias Hölle (heute Opernsänger an der Oper Stuttgart) als Bass-Solisten im königlichen Konservatorium Lüttich zur Aufführung. Das Hochschulkonzert 1986 geht als besonderer Moment in die Geschichte des Collegium Musicum ein. Nachdem Dirigent Bremen zwischen Generalprobe und Konzert überraschend erkrankte, sprang Michael Plur (damals studentischer Konzertmeister) ein und rettete den Abend mit Mozarts „Ouvertüre zu Titus“ und Schuberts „Messe in Es-Dur“.