114. Adh-Vollversammlung in Hamburg

18.11.2019
Gruppenfoto von den Besuchern der adh Vollversammlung Urheberrecht: © Witters

Bei der 114. Vollversammlung am 18. und 19. November 2019 erteilt die adh-Mitgliedschaft den offiziellen Startschuss für die Bewerbung um die Sommer-Universiade 2025 in der Region Rhein-Ruhr. Michèle Pergande erhält den Ehrenpreis und das Thema Nachhaltigkeit wird in Satzung wie Leitbild verankert.

 

Startschuss für die Bewerbung um die Sommer-Universiade 2025


Im Rahmen des parlamentarischen Teils der 114. Vollversammlung des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands hat die adh-Mitgliedschaft den offiziellen Startschuss für eine Bewerbung um die Sommer-Universiade 2025 in der Region Rhein-Ruhr gegeben. 95,4 Prozent der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für eine Bewerbung um das zweitgrößte internationale Multisportevent aus. Die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen sorgten mit dem positiven Ergebnis in Hamburg für einen weiteren Meilenstein hin zu einer offiziellen Bewerbungsabgabe beim Weltverband des Hochschulsportverband FISU.

Jörg Foster, Vorstandvorsitzender des ah, merkt an, dass mit dieser Abstimmung der Verband gezeigt habe, dass er die Perspektiven und Chancen, die sich aus einer Bewerbung um die Sommer-Universiade für den Hochschulsport in Deutschland ergeben, erkannt hätte. Das Votum sei ein starker Vertrauensbeweis gegenüber Vorstand und Geschäftsstelle, die den Prozess systematisch vorangetrieben und versucht hätten, die Mitgliedschaft über die letzten Monate durch ein transparentes Verfahren bestmöglich mitzunehmen. Von daher könnten wir alle dieses Ergebnis, das Rückenwind für die nächsten Schritte gibt, feiern.

Der Leiter des Hochschulsport Hamburg, der sich mit seinem Team auch für die Ausrichtung der Vollversammlung und den begleitenden Gremiensitzungen auf dem Universitätsgelände der Uni Hamburg verantwortlich zeichnete, ging auch auf die Diskussionsbeiträge aus den Reihen der 200 Hochschulen umfassenden Mitgliedschaft ein.

Der adh sei ein Verband, der sich immer kritisch und konstruktiv mit Themen auseinandersetze, um sein hochschulpolitisches Umfeld zu bewegen. Daher seien die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen besonders wertvoll. Gemeinsam soll der weitere Prozess kreativ gestaltet werden und Ideen von studentischer und hauptamtlicher Seite soll sich gefreut werden. Bei der Vollversammlung wurde sehr deutlich, dass sich der deutsche Hochschulsport zu einem nachhaltigen Universiade-Konzept bekenne, das neue Maßstäbe für Sportgroßveranstaltungen gesetzt und einen konkreten Mehrwert für den bundesweiten Hochschulsport generiert werden soll.

In den kommenden Wochen und Monaten wird der Fokus verstärkt auf der Abstimmung mit Kommunen der Rhein-Ruhr-Region, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund hinsichtlich der Finanzierung liegen.

Ehrenpreis des Vorstands für Michèle Pergande

Dass ein kritisch bewusster Umgang auch in anderen Bereichen der Lebenswelt Hochschule nötig ist und honoriert wird, hatte der Vorstandsvorsitzende Jörg Förster in seinem Grußwort herausgestellt. Der achtköpfige Vorstand unterstrich das zu Beginn der zweitägigen Vollversammlung mit einer besonderen Ehrung.

Michèle Pergande, Sportreferentin der Universität Halle-Wittenberg, wurde für ihr starkes Engagement gegen Rechtsradikalismus mit dem Ehrenpreis des Vorstands ausgezeichnet. Pergande hatte, als es in Kampfsportvereinen, mit denen die Uni Halle im Rahmen ihres Kursangebots kooperierte, vermehrt zu Diskriminierungen und rechtsextremen Äußerungen gekommen war, die Zusammenarbeit beendet. Gemeinsam mit Freundinnen und Freunden eröffnete sie ein eigenes Gym, um die Lösung des Problems proaktiv selbst in die Hand zu nehmen. Im August dieses Jahres wurde das Studio „Redore“ eröffnet, das mittlerweile in der Innenstadt Halles 14 Kurse für über 80 Mitglieder anbietet.

Das studentische Vorstandsmitglied David Storek würdigte in seiner bewegenden Laudatio die Arbeit Pergandes. Storke sagte, dass das Gym ein Ergebnis von Überzeugung und Liebe zum Sport und zur Menschlichkeit sei. Dort wo die Werte des Sports mit Füßen getreten werden, hätte Michèle nicht nur ein klares Zeichen gesetzt, sondern auch mutig ein gegenteiliges Projekt entworfen, in dem Hautfarbe, Religion oder Geschlecht keine Rolle spiele.

Der Leiter des Hochschulsports an der Universität Wittenberg-Halle, Detlef Braunroth, hob die enge Zusammenarbeit mit Michèle Pergande hervor und bedankte sich ebenfalls für ihr Engagement.

Pergande selbst sagte in ihrer Dankesrede, dass sie sich sehr freue, dass das Aufstehen gegen Rechts zum Thema gemacht wird. Sie sei dankbar über die Wertschätzung. Und danke auch meinen Freunden, mit denen sie das Gym gegründet habe. Michèle werde den Preis in Ehren halten.

Neben Pergande wurde zudem Dr. Axel Bauer von der Universität Göttingen für sein jahrzehntelanges erfolgreiches Wirken für den deutschen Hochschulsport sowie den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband zum Ehrenmitglied des adh ernannt.

Nachhaltigkeit in adh-Satzung und Leitbild verankert

Nur einen Tag später hatte Bauer erneut Grund zur Freude: Das Thema Nachhaltigkeit, für den langjährigen Leiter des Göttinger Hochschulsports schon lange eine Herzensangelegenheit, wurde im Verlauf des zweiten Sitzungstags nicht nur im adh-Leitbild verankert, sondern auch in die Satzung des Verbands integriert.

So verpflichtet sich der adh, sein Handeln nach Prinzipien der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit im Sinne der UN-Entwicklungsziele für nachhaltige Entwicklung auszurichten.

Mit diesem von studentischer wie hauptamtlicher Seite gleichermaßen unterstützten Schritt möchte der adh nicht nur in Zukunft ein Vorbild für andere im Sinne nachhaltiger Verbandsarbeit sein, sondern schloss so auch den Kreis zur Eröffnungsrede von Dr. Martin Hecht. Der Kanzler der Universität Hamburg hatte in seiner Begrüßung der Delegierten die Wichtigkeit eines nachhaltigen Hochschulsports hervorgehoben:

Nur bewegte, kluge Köpfe würden die Zukunft mitbestimmen können. Bewegungsorientierte Gesundheitsförderung erhöhe die Motivation und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden und schaffe eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Bewegungsangebote wie der Pausenexpress seien mittlerweile selbstverständliche Angebote, die von den Mitarbeitenden gerne angenommen werden. Dank des vielfältigen Angebots sei der Hochschulsport nicht mehr aus dem universitären Leben wegzudenken.